• Daniela

Zurück an die Uni



"Back to Uni" so nennen das die Leute hier, wenn sie nach einigen Jahren in der Praxis genügend Geld, einiges an praktischen Erfahrungen und - vor allem viel Lust haben, sich wieder einzulassen auf Theorien, Konzepte und analytische Diskussionen. Um sich dann wieder an einer Universität einzuschreiben. Wo ist "hier"?

"Hier", damit meine ich Edinburgh in Schottland, wohin ich mich selber befördert habe, nachdem ich letztes Jahr beschlossen hatte, ja, auch nach Jahren in der Praxis, mit Erfahrungen, Geld und Lust auf "Gehirnakrobatik", eine Dissertation zu schreiben. Was mir seit Jahren, in denen ich diesen Gedanken herumgetragen habe, immer klar war: Wenn, dann wollte ich an einem strukturierten PhD-Programm teilnehmen. Und da ich gerne das eine (Bildung) mit dem anderen (berufliche Auszeit) verbinde und noch lieber dazu noch neue Erfahrungen mache, habe ich mich an der University of Edinburgh für einen Platz im PhD-Programm beworben - und diesen erhalten und - here I am ;)

"Zurück an die Uni" heisst für mich vor allem eintauchen in einem riesigen universitären Betrieb, Auseinandersetzungen mit einer neuen Welt oder besser einer neuen Kultur oder einfach ganz grundsätzlich neue Erfahrungen zu machen. Denn - ich komme nicht (direkt) von einer Universität, sondern eben von einer Fachhochschule.

Will man in der Schweiz in Sozialer Arbeit promovieren, stellen sich viele Hürden. Allen voran, die Schwierigkeit eine geeignete Institution zu finden, ohne dass man nach einem Masterstudium gleich noch einen weiteren Master anhängen muss, oder gleich abgelehnt oder weitergereicht wird. Manche KollegInnen haben es auch nicht einfach, geeignete Doktormütter oder -väter zu finden oder oder oder....

Doch die Doktoratswelt dreht sich auch in der Sozialen Arbeit und in der Schweiz weiter. Einige der schweizerischen FH's haben Kooperationen mit (ausländischen) Universitäten angestrebt und bieten Hand, wenn jemand in Sozialer Arbeit promovieren will. Swiss Universities hat ein neues Programm eingerichtet um die Doktoratsausbildung, auch über eine FH zu fördern und in Deutschland wurde im Frühjahr 2016 die Fachhochschule Fulda zum ersten Promotionszentrum ernannt, welches das Recht hat Promotionen durchzuführen. Seit über 10 Jahren gibt es zudem ein monatliches Rundschreiben per Email, wo alles Wichtige, Neue und Interessante rund um's Promovieren mit FH-Abschluss im deutschsprachigen Raum nachzulesen ist. Wer daran interessiert ist, kann sich per Email bei Dr. Rudolf Schmitt, dem Initianten melden.


Promovieren in Sozialer Arbeit ist nicht nur ein persönlicher Entscheid. Dass es überhaupt die Möglichkeit gibt in Sozialer Arbeit zu promovieren, und dass daran gearbeitet wird, die Zugänge dazu zu verbessern, bedeutet auch einen Meilenstein auf dem Weg der Professionalisierung und Positionierung der Sozialen Arbeit.


Wie das hier an der University of Edinburgh im PhD-Programm Social Work für mich so läuft, darüber werde ich in Zukunft hin und wieder mal etwas schreiben. Und hoffe natürlich, dass euch das Thema interessiert. Und wie immer: die Kommentarbox darf gerne benutzt werden.

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